


Die Frage der Haftung von Hotels und Gaststätten oder Internetcafes für die illegale Nutzung von Internet-Tauschbörsen (sog. Filesharing) durch ihre Gäste ist derzeit wieder sehr aktuell, da Rechteinhaber im Moment solche Betriebe wieder verstärkt abmahnen lassen. Hotels etc. als sog. „Access-Provider“ haben derzeit jedoch weder die tatsächliche noch die rechtliche Möglichkeit zur Verhinderung urheberrechtsverletzender Handlungen ihrer WLAN-Nutzer, weil wirksame Internet-Sperren nicht existieren und hierfür ohnehin keine Rechtsgrundlage gegeben wäre und die Inhalte und Umstände der Kommunikation geschützt sind (Fernmeldegeheimnis). Eine umfassende Haftungsprivilegierung durch die Rechtsprechung ist daher naheliegend. Bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) könnten die Instanzgerichte dennoch zu unterschiedlichen rechtlichen Bewertungen gelangen. Ein Drohpotenzial, mit dem gerade kleinere Hotelbetriebe schon zur Abschaffung ihres Gäste-WLAN getrieben wurden. Dies ist weder wünschenswert noch rechtlich geboten. Es können im Einzelfall zwar viele Fehler gemacht werden, gut beraten haben gewerbliche WLAN-Anbieter wie Hotels u.ä. aber eine Reihe von Möglichkeiten, ihre immerhin derzeit nicht mit letzter Sicherheit auszuschließende potentielle Haftung auch bei der bestehenden Rechtslage zu minimieren. Ein Ansatzpunkt für gewerbliche WLAN-Betreiber ist, die Vertragsverhältnisse mit ihren Gästen insoweit zu optimieren und der sich weiter entwickelnden Rechtslage stetig anpassen. Hierbei besteht derzeit ein enger aber wohl ausreichender Spielraum des WLAN-Anbieters. Anbieter gewerblicher WLAN-Netze sollten sich daher nicht ohne Not einer viel naheliegenderen erheblichen Haftung aussetzen, indem sie gegen das Datenschutz- und Telekommunikationsrecht verstoßen, um abmahnenden Kanzleien und deren Auftraggebern bei der Durchsetzung von – möglicherweise – bestehenden zivilrechtlichen Ansprüchen gegen die eigenen Gäste als Gehilfe zu dienen. Auch die Abgabe einer Vielzahl von vorbeugenden strafbewehrten Unterlassungserklärungen nach „Chart-Container“-Abmahnungen o.ä. ist für gewerbliche WLAN-Anbieter nicht anzuraten. Je nach Anzahl der abgegeben Unterlassungsverpflichtungserklärungen und der Frequentierung des eigenen WLAN-Netzes kann dies potentiell ruinöse Folgen haben. Welche Pflichten gewerbliche WLAN-Betreiber ggf. treffen wird letztlich der BGH festzulegen haben. Fachanwalt Dr. Jaeschke vertritt inzwischen eine große Zahl von gewerblichen WLAN-Betreibern und bislang hat noch keiner seiner diesbezüglichen Mandanten auch nur einen Euro an Abmahngebühren oder Schadensersatz wegen angeblichen Filesharings von WLAN-Nutzern gezahlt. Ebenso wurde bislang auch noch keine gerichtliche Klärung der von Herrn Dr. Jaeschke betreuten Sachverhalte von den Rechteinhabern gesucht.

Vor der gerichtlichen Geltendmachung von Ansprüchen, die sich aus der Verletzung von Urheber- und Leistungsschutzrechten ergeben, wird der Rechtsinhaber den (oft nur vermeintlichen) Rechtsverletzer in aller Regel abmahnen und ihn auffordern, eine sog. „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ sowie etwaige weitere Erklärungen (etwa Anerkennung der Auskunftsverpflichtung und der Schadensersatzpflicht) abzugeben. Eine Verpflichtung des Rechtsinhabers zur Abmahnung besteht nicht. Die Abmahnung liegt aber im Interesse des Rechtsinhabers, da er sonst im Falle eines sofortigen Anerkenntnisses durch den Rechtsverletzer die Kosten des von ihm eingeleiteten gerichtlichen Verfahrens selbst zu tragen hat, sofern die Abmahnung nicht ausnahmsweise entbehrlich war. Darüber hinaus wird ein Gericht regelmäßig viel eher zum Erlass einer einstweiligen Verfügung durch bloßen Beschluss, d.h. ohne Anhörung des Gegners, willens sein, wenn diesem durch die Abmahnung bereits Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden ist.
Inhalt dieses Ratgeber-Artikels:
I. Definition der „Abmahnung“
II. Rechtsgrundlage der Abmahnung
III. Inhalt einer Abmahnung
IV. Form der Abgabe der Abmahnung
V. Frist für die Abgabe der Unterlassungserklärung
VI. Zugang der Abmahnung
VII. Aufklärungspflichten des Abgemahnten gegenüber dem Abmahnenden
VIII. Unterlassungserklärung
IX. Unberechtigte Abmahnung
X. Kosten
XI. Warum sollte man einen „Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz“ beauftragen ?
XIV. Zu „Bitte schicken Sie mir vor einer Abmahnung eine E-Mail“-Hinweisen
XV. Reaktion nach Erhalt einer Abmahnung
Im Einzelnen:
I. Definition der „Abmahnung“
Eine Abmahnung ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, eine bestimmte Handlung künftig zu unterlassen oder vorzunehmen. Besondere Bedeutung hat die Abmahnung im Bereich des sog. Gewerblichen Rechtsschutzes sowie im Wettbewerbsrecht und im Urheberrecht. Gewerbliche Schutzrechte sind etwa Marken, Patente und Geschmacksmuster (Designs). In Österreich ist anstatt des Begriffes Abmahnung die Bezeichnung „Unterlassungsaufforderung“ verbreitet.
II. Rechtsgrundlage der Abmahnung
Die Abmahnung ist ein gewohnheitsrechtlich anerkanntes Rechtsinstitut und wird als sog. „Geschäftsführung ohne Auftrag“ verstanden. Dabei geht das Recht davon aus, dass eine berechtigte Abmahnung auch vom Abgemahnten gewollt ist, da damit ein viel teurerer Gerichtsprozess vermieden wird. Inzwischen ist die Abmahnung auch gesetzlich geregelt, etwa im Wettbewerbsrecht und im Urheberrecht:
Nach § 12 Abs. 1 des „Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb“ (UWG) sollen die zur Geltendmachung eines Unterlassungsanspruchs Berechtigten den Schuldner vor der Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen. Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann danach der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden.
Auch gemäß § 97a Urheberrechtsgesetz (UrhG) soll der Verletzte den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen. Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden. Der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung beschränkt sich danach in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro.
Die Abmahnung ist wie angesprochen auch aus der Sicht des Abmahnenden sinnvoll und notwendig, denn verzichtet er auf die Abmahnung und reicht direkt Klage bei Gericht ein, hat er die dadurch entstandenen Verfahrenskosten selbst zu tragen, wenn der Beklagte den Unterlassungsanspruch sofort anerkennt und auch sonst keinen Anlass zur Klageerhebung gegeben hat.
III. Inhalt einer Abmahnung
Für die inhaltliche Gestaltung der Abmahnung gibt es KEINE verbindlichen Vorgaben. Notwendig ist jedoch, dass der Abmahnende zur Vermeidung eines gerichtlichen Vorgehens vom Abgemahnten (ggf. unter Fristsetzung) die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung fordert. Dabei muss die Abmahnung, wenn sie ihre Wirkung nicht verfehlen soll, Angaben zur sog. „Aktivlegitimation“ oder „Sachbefugnis“ (= die Befugnis des Abmahnenden, den jeweiligen Anspruch geltend zu machen), zur Person des Abgemahnten, zu den konkreten tatsächlichen Umständen, aus denen der Unterlassungsanspruch folgt sowie die Androhung gerichtlicher Schritte enthalten. Rechtsausführungen sind grundsätzlich nicht erforderlich, allerdings ist es zur Verdeutlichung des Anspruches sinnvoll, auf die rechtlichen Grundlagen hinzuweisen, aus denen sich der geltend gemachte Unterlassungsanspruch ergibt bzw. nach Ansicht des Abmahnenden ergeben soll. Eine Vorformulierung des Unterlassungsanspruchs ist ebenfalls nicht erforderlich, jedoch hilfreich, da auf diese Weise unzweifelhaft zum Ausdruck gebracht wird, in welchem Umfang der Abmahnende eine Unterwerfung des Abgemahnten erwartet. Oft verlangen Abmahnende mit ihrer Abmahnung mehr (z. B. eine inhaltlich zu weit gehende Unterlassungsverpflichtung) als ihnen zusteht, weshalb Abmahnende sich immer von einem Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz vor Abgabe einer Unterlassungserklärung beraten lassen sollten.
IV. Form der Abgabe der Abmahnung
Die Abmahnung bedarf KEINER bestimmten Form. Sie kann daher schriftlich, telegrafisch, per Telefax, per E-Mail oder aber auch mündlich und sogar telefonisch erfolgen Letzteres führte jedoch regelmäßig zu Beweisschwierigkeiten. Der Abmahnende muss im Streitfall die ordnungsgemäße Absendung des Abmahnschreibens beweisen. Hierzu reicht im Regelfall die Versicherung des abmahnenden Rechtsanwalts aus, er habe die Abmahnung versendet. Abgesehen etwa von massenhaft verschickten Filesharing-Abmahnungen, werden Abmahnungen im geschäftlichen Verkehr vorab per Telefax und sodann als Einwurf-Einschreiben versendet. Letzteres hat den Vorteil für den Abmahnenden, dass eine Zustellung durch Einwurf in den Briefkasten auch bei Abwesenheit des Abgemahnten erfolgt und im Bedarfsfall trotzdem über die Post der genaue Zugangszeitpunkt erfragt werden kann.
Bis vor kurzem war generell umstritten, ob einer anwaltlichen Abmahnung eine Original-Vollmacht beigefügt sein muss, damit diese wirksam ist. Soweit die Abmahnung das Angebot zum Abschluss eines Unterlassungsvertrages beinhaltet, hat der Bundesgerichtshof diese Frage nun für das Wettbewerbsrecht entschieden (BGH, Urteil vom 19.05.2010 - I ZR 140/08, BeckRS 2010, 25877). Demnach bedarf es in diesen Fällen keiner beigefügten Vollmacht für die Wirksamkeit der Abmahnung, da die Vorschrift des §174 BGB auf diese Fälle nicht anwendbar sei. Die richtige und überwiegende Ansicht bejaht jedoch weiterhin die (analoge) Anwendbarkeit von § 174 BGB auf urheberrechtliche Abmahnungen gegenüber Privatpersonen und fordert somit für die Zurückweisungsfestigkeit der Abmahnung einen korrekten Vollmachtsnachweis (vgl. etwa zur Rechtslage vor der genannten BGH-Entscheidung OLG Düsseldorf, OLG Dresden, OLG Nürnberg, OLG Hamm, OLG Celle, KG Berlin, LG München I) Nach dieser – richtigen – Ansicht ist die analoge Anwendung von § 174 BGB auf die Abmahnung jedenfalls von Privatpersonen geboten. Die – zum Wettbewerbsrecht ergangene – Entscheidung des BGH (Urteil vom 19.05.2010 - I ZR 140/08, BeckRS 2010, 25877) steht dieser Ansicht nicht zwingend entgegen (umstritten).
V. Frist für die Abgabe der Unterlassungserklärung
Die ausdrückliche Bestimmung einer Frist, innerhalb der die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben werden soll, ist in aller Regel fester Bestandteil einer Abmahnung aber kein Wirksamkeitserfordernis. Die Fristsetzung muss sich unter Berücksichtigung der wechselseitigen Interessen als angemessen erweisen. Dabei sind auf Seiten des Abmahnenden vor allem die Art, die Dauer sowie die Intensität der rechtsverletzenden Handlung zu berücksichtigen. Die berechtigten Interessen des Abgemahnten erfordern andererseits eine ausreichende Überlegungszeit, um sich intern und/oder unter Hinzuziehung eines Rechtsanwalts ein Bild davon zu machen, ob die Abmahnung berechtigt ist. Eine kurze Frist von 1 Woche ab dem Zugang der Abmahnung ist regelmäßig nicht zu beanstanden. Wird keine oder eine zu kurz bemessene Frist gesetzt, wird eine angemessene Frist in Gang gesetzt, d.h. die Abmahnung wird dadurch nicht unwirksam.
VI. Zugang der Abmahnung
Um es gleich vorweg zu sagen: Die Darlegungs- und Beweislast für den Zugang bzw. Nicht-Zugang des Abmahnschreibens liegt grundsätzlich beim Abgemahnten. Die in Internetforen kursierende „Lösung“, den Erhalt einer Abmahnung einfach zu bestreiten, kann schlimmstenfalls mit der zusätzlichen Zustellung einer einstweiligen Verfügung enden, was neben dem Klageverfahren möglich ist. So kommen schnell viele tausend Euro an Kosten auch in Sachverhalten zusammen, die mit einigen hundert Euro hätten beigelegt werden können.
Sinn und Zweck einer Abmahnung ist es wie erwähnt, dem Abgemahnten als (potentiellem) Rechtsverletzer die Möglichkeit zu einer außergerichtlichen Klärung des Sachverhalts bzw. einer Streitbeilegung durch Abgabe einer ausreichenden (also nicht notwendigerweise der vom Abmahnenden vorformulierten) Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu geben. Nur wer diese Chance ungenutzt verstreichen lässt, gibt „Anlass zur Klage“ im Rechtssinne und trägt auch im Fall des sofortigen Anerkenntnisses die Kostenlast des Verfahrens. Daher ist ein „Zugang“ der Abmahnung beim Abgemahnten als Unterlassungsschuldner notwendig, weil er nur so die Gelegenheit zur Streitvermeidung erhält. Der Abmahnende muss insoweit lediglich die ordnungsgemäße Absendung des zutreffend adressierten Abmahnschreibens beweisen (BGH GRUR 2007, 629; OLG Jena NJW-RR 2007, 255). Nach allgemeinen Beweislastregeln trifft denjenigen, der sich auf einen für ihn günstigen Tatbestand beruft, die entsprechende Darlegungs- und Beweislast. Dass es sich beim fehlenden Zugang des Abmahnschreibens um eine sog. „negative Tatsache“ handelt, führt insofern nicht zu einer Umkehr der Beweislast, sondern zu einer sog. sekundären Darlegungslast des Klägers (BGH GRUR 2007, 629, 630 Rn. 12). Der Beklagte kann sich danach zunächst auf die bloße Behauptung ins Blaue hinein stützen, er habe die Abmahnung nicht erhalten, woraufhin der Kläger gehalten ist, dem einfachen Bestreiten mit eigenem qualifizierten Vortrag entgegen zu treten, namentlich durch den Nachweis der Absendung eines ordnungsgemäß adressierten und versandten Abmahnschreibens. Im Anschluss daran muss der Beklagte seinen Vortrag konkretisieren und detailliert, gegebenenfalls unter Beweisantritt, auf das Bestreiten der Gegenseite eingehen. Die Darlegungs- und Beweislast für den Zugang des Abmahnschreibens liegt damit grundsätzlich am Ende beim Abgemahnten. Der Abmahnende kann das ihm über die sekundäre Darlegungs- und Beweislast treffende Risiko umgehen, wenn er eine Versandform wählt, die ihm dem Nachweis des Zugangs ermöglicht, insbesondere das Einwurf-Einschreiben. Eine Minimierung des Risikos ist durch eine gleichzeitige Versendung z. B. per Post, per Telefax und per E-Mail möglich. Wird ein Abmahnschreiben an mehrere zutreffende Kontaktadressen versendet, wird das bloße Bestreiten des Zugangs mit Nichtwissen durch den Abgemahnten letztlich vor Gericht keine Überzeugungskraft haben (vgl. BGH GRUR 2007, 629, 630, Rn. 13).
VII. Aufklärungspflichten des Abgemahnten gegenüber dem Abmahnenden
Es ist inzwischen grundsätzlich unstrittig, dass die Abmahnung ein sog. „gesetzliches Schuldverhältnis aus unerlaubter Handlung“ zwischen dem Abmahnenden und dem Abgemahnten als potentiellem Rechtsverletzer begründet.
Hieraus können sich für den Abgemahnten – wenn eine Rechtsverletzung tatsächlich gegeben ist – aus dem Grundsatz von „Treu und Glauben“ (§ 242 BGB) Aufklärungspflichten ergeben, weil wie erwähnt Sinn und Zwecks der Abmahnung ist, ein gerichtliches Verfahren nach Möglichkeit zu vermeiden. So muss Abgemahnte etwa auf eine Abmahnung fristgerecht und inhaltlich verbindlich zu antworten (BGH GRUR 1990, 381, 382). Aus Treu und Glauben folgt auch eine Aufklärung des Abmahnenden über eine gegebenenfalls bereits einem Dritten gegenüber abgegebene strafbewehrte Unterlassungserklärung, die geeignet ist, auch im Verhältnis zum Abmahnenden die Wiederholungs- oder Erstbegehungsgefahr zu beseitigen
VIII. Unterlassungserklärung
Beim Vorliegen einer Wiederholungsgefahr kann der Abgemahnte diese allein durch die Abgabe einer unbedingten und unbefristeten strafbewehrten Unterlassungserklärung beseitigen. Anders hingegen bei einer sog. Erstbegehungsgefahr, also wenn erst ein Verstoss droht. Dann ist die ernsthafte Erklärung, die rechtsverletzende Handlung nicht zu begehen, ausreichend. Liegt ein Verstoss vor und gibt der Abgemahnte nur eine inhaltlich unzureichende Unterlassungserklärung ab, droht neben einem Klageverfahren auch eine mit gesonderten Kosten verbundene einstweilige Verfügung. Dies sollte aus naheliegenden Gründen vermieden werden. Die Formulierung einer eingeschränkten aber dennoch rechtssicheren Unterlassungserklärung sollte daher in die Hände eines Fachanwalts für Gewerblichen Rechtsschutz gegeben werden.
IX. Unberechtigte Abmahnung
Die unberechtigte Schutzrechtsverwarnung (also etwa aus Markenrecht, Patentrecht, auch aus Urheberrecht, nach wohl herrschender Meinung aber nicht aus Wettbewerbsrecht) führt bei einem schuldhaften Handeln des Abmahnenden zu einem Schadensersatzanspruch nach § 823 Abs. 1 BGB des Abgemahnten gegen diesen (BGH, GRUR 2005, 882 f. – Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung).
Die unberechtigte Abmahnung kann aber nicht nur Ansprüche auf Schadensersatz, sondern auch auf Unterlassung begründen. So ist im geschäftlichen Verkehr der Lieferant nicht daran gehindert, denjenigen, der seine Abnehmer zu Unrecht abmahnt, auf Unterlassung weiterer Abmahnungen an seine Abnehmer in Anspruch zu nehmen. Der BGH bejaht in solchen Fällen einen sog. „Eingriff in das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb“ des Abgemahnten.
Wenn nach Erhalt einer Abmahnung keine Unterlassungserklärung abgegeben werden soll, weil ein Rechtsverstoss nicht gegeben ist, wird ein versierter Fachanwalt oft zum Mittel der sog. „Schutzschrift“ greifen. Hiermit kann oft verhindert werden, dass im einstweiligen Verfügungsverfahren) ein Verfügungsbeschluss ohne mündliche Verhandlung (§ 944 ZPO) des Antragsgegners erfolgt. Ob das Gericht eine mündliche Verhandlung anordnet oder unmittelbar durch Beschluss entscheidet, steht im Ermessen des Gerichts (§ 937 Abs. 2 ZPO) und wird nicht einheitlich gehandhabt. Es kann also trotz hinterlegter Schutzschrift eine einstweilige Verfügung durch Beschluss ergehen, wenn nach freier Überzeugung des zuständigen Gerichts die Argumente aus der Schutzschrift nicht durchgreifen. Gerade bei Internetstreitigkeiten besteht zudem das Problem, dass sich die Abmahnenden vereinfacht gesagt aussuchen können, bei welchem Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt wird. Ein zentrales Schutzschriftenregister befindet sich erst noch im Aufbau, vgl. www.schutzschriftenregister.de/.
X. Kosten
Bei Beauftragung eines Rechtsanwalts in Bezug auf die Abmahnung kann der Abmahnende vom Abgemahnten die nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) für die vorgerichtliche Abmahntätigkeit vorgesehene Gebühr erstattet verlangt werden. Für diese Tätigkeit steht dem Anwalt eine sog. „Geschäftsgebühr“ mit einem Rahmen von 0,5 bis 2,5 zu. Im Regelfall fällt eine Geschäftsgebühr von 1,3 an. Ein höherer Gebührensatz kommt jedoch in Betracht, wenn die Anfertigung der Abmahnung eine intensive Befassung mit einer tatsächlich und rechtlich kompliziert gelagerten Materie erfordert, etwa generell in Markensachen, nicht jedoch bei massenhaft versendeten Filesharing-Abmahnungen.
In Patent-, Gebrauchsmuster-, Halbleiterschutzgesetz und Sortenschutzstreitsachen sind ferner die Kosten eines mitwirkenden Patentanwalts in gleicher Höhe zu erstatten. Sie sind auch zu erstatten, wenn es sich um mehrfach versendete Anschreiben handelt. In Markensachen ist die Erstattungsfähigkeit der Kosten eines Patentanwalts umstritten.
Außerhalb des geschäftlichen Verkehrs kommt in bestimmten Fällen eine Begrenzung der Abmahnkosten (nicht auch des u.U. zu zahlenden Schadensersatzes) auf € 100,00 in Betracht. Welche Ansprüche im Einzelfall gegeben sind sowie deren Höhe hängt vom konkreten Sachverhalt ab. Bei der Nutzung von Musiktauschbörsen in Bezug auf urheberrechtlich geschützte Werke (sog. Filesharing) gilt die erwähnte Abmahnkostendeckelung auf € 100,00 NICHT generell, es kommt vielmehr immer auf den Einzelfall an, etwa darauf, ob streitgegenständlich nur die Störerhaftung für das Filesharing eines einzelnen Titels oder die Täterhaftung für das Filesharing eines ganzen Musikalbums ist.
Die für Sie bei Tätigwerden nach dem RVG entstehenden Anwaltsgebühren können Sie sich für den in Frage kommenden Streitwert über einen Anwaltskostenrechner (etwa http://kostenrechner.anwvs.de/kostenrechner/anwalt/index.html) selbst anzeigen lassen. Geben Sie dazu einfach den in der Abmahnung genannten Streitwert/Gegenstandswert in das entsprechende Feld des Anwaltskostenrechners ein und kreuzen Sie z.B. „Betreiben des außergerichtlichen Geschäfts“ und/oder „Mitwirkung an außergerichtlicher Einigung“ an. Streitwert ist insoweit NICHT die als Vergleich geforderte Summe, sondern z.B. der Wert des Unterlassungsanspruchs (oft in der Abmahnung genannt bzw. behauptet) zuzüglich etwaigem Schadensersatz zuzüglich der geforderten Kostenerstattung für die Abmahnung. Bei einem im Recht des geistigen Eigentums eher geringen Streitwert von beispielsweise € 10.000,00 beträgt eine 1,3 Gebühr € 631,80 zzgl. gesetzl. MwSt. Gerade bei Filesharing-Abmahnungen (Internet-Tauschbörsen, P2P-Netzwerke) ist die Beauftragung eines Rechtsanwaltes auf Grundlage des RVG aber wirtschaftlich für den Abgemahnten oft nicht sinnvoll. Der Abgemahnte ist in einer denkbar problematischen Situation: Die Rechtsanwaltsgebühren übersteigen oft den von der Gegenseite angebotenen Vergleichsbetrag, aber die Gegenseite verlangt zwingend neben der Zahlung oft noch die Unterzeichnung eines für den Abgemahnten nachteiligen Unterlassungs- und Verpflichtungsvertrages. Wird die Abgabe dieser Erklärung verweigert, droht neben einer Kosten- und Unterlassungsklage auch noch eine einstweilige Verfügung mit weiterem, nicht unerheblichem Kostenrisiko. Im Regelfall ist die Beauftragung eines spezialisierten Fachanwalts daher im eigenen Interesse. Hier hilft Abgemahnten etwa die Webseite www.abmahnrecht.COM. Sie können dort Ihre Abmahnung für Sie zunächst unverbindlich einreichen. Dadurch erteilen Sie noch kein Mandat. Ihre Abmahnung wird dann durchgesehen und Sie werden zeitnah telefonisch oder per E-Mail von Fachanwalt Dr. Jaeschke kontaktiert, wobei Sie ein konkretes Angebot für die komplette außergerichtliche Bearbeitung Ihres Falles erhalten (Pauschalpreis). Sie haben also insoweit volle Kostenkontrolle. Dieses Angebot liegt oft deutlich unter den nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) anfallenden Kosten für ein vorgerichtliches Tätigwerden eines Rechtsanwaltes. Dies ist etwa bei Filesharing-Abmahnungen möglich, weil die Bearbeitung von Filesharing-Abmahnungen zum Tagesgeschäft von Herrn Dr. Jaeschke gehört und eine langwierige Einarbeitung in die schwierige Rechtsmaterie insoweit entfällt. Aus berufsrechtlichen Gründen kann eine individuelle rechtliche Beratung erst nach einer Mandatserteilung erfolgen.
XI. Warum sollte man einen „Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz“ beauftragen ?
Unter dem Begriff „gewerbliche Schutzrechte“ werden u.a. Marken-, Patent- und Urheberrechte verstanden. Die Bezeichnung „Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz“ wird von den Rechtsanwaltskammern NUR solchen Rechtsanwälten verliehen, die ihre besonderen Kenntnisse in diesem Rechtsgebiet in einer Prüfung bewiesen und nachweislich mindestens 80 einschlägige Fälle eigenverantwortlich bearbeitet haben. Die von Herrn Dr. Jaeschke betreuten Verfahren übersteigen diese Zahl um ein Vielfaches. Erfahrung ist in dem komplexen Rechtsgebiet des „geistigen Eigentums“ sehr oft der Schlüssel zum Erfolg.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz Dr. Jaeschke ist zudem Inhaber des von der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main als Körperschaft des öffentlichen Rechts nach einem strengen Anforderungsschema vergebenen amtlichen Prüfsiegels „Fortbildungsnachweis". Für den Nachweis regelmäßiger Fortbildung hat Dr. Jaeschke zudem das Fortbildungszertifikat "Qualität durch Fortbildung" der Bundesrechtsanwaltskammer erhalten. Von dieser internationalen Aus- und Fortbildung profitieren Mandanten, denn die Rechtsentwicklung im Recht des geistigen Eigentums verlangt es, stets „am Ball“ zu bleiben. Dies ist nur bei hoher Spezialisierung möglich – die nachweisbar sein sollte.
XIV. Zu „Bitte schicken Sie mir vor einer Abmahnung eine E-Mail“-Hinweisen
Auf einigen Internetseiten findet man Hinweise oder „Disclaimer“, nach welchen Rechteinhaber vor einer Abmahnung bitte eine E-Mail senden oder anrufen sollen. Wenn Sie diesen Ratgeberartikel bis hierhin komplett gelesen haben, wissen Sie, was von solchen „Disclaimern“ zu halten ist: Sie sind rechtlich wertlos, denn auch eine E-Mail oder ein Telefonat stellen bereits Abmahnungen dar, für die ein anwaltlicher Arbeitsaufwand angefallen ist. Die Abmahnkosten entstehen durch die Prüfung der Sach- und Rechtslage und weniger durch das erstellte Abmahnschreiben.
XV. Reaktion nach Erhalt einer Abmahnung
Abmahnende Kanzleien versenden oft mehrere hundert Abmahnschreiben pro Woche. Oft bestehen diese Standardschreiben aus Textbausteinen und sind in vielerlei Hinsicht unsubstantiiert und daher so gut wie immer zunächst zurückzuweisen. Meist wird weder wird eine Originalvollmacht vorgelegt (Erfordernis zumindest gegenüber Privatpersonen noch umstritten), noch ein ausreichender Nachweis für den behaupteten Rechtsverstoss erbracht. Bei Filesharing-Abmahnungen (Internet-Tauschbörsen, P2P-Netzwerke) etwa wird so gut wie nie ein Nachweis für die behauptete Inhaberschaft der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte an den streitgegenständlichen Werken erbracht. In diesen Fällen gilt: Ob und in welchem Umfang tatsächlich Daten geflossen sind, kann der behauptete „Tatnachweis“ in vielen Fällen nicht vermitteln. Ein konkreter Schaden wird fast nie dargelegt. Ein zu ersetzender Schaden für die Kosten der Inanspruchnahme der abmahnenden Anwälte wäre zudem u.U. allein aus der zwischen diesen und ihren Mandanten mutmaßlich geschlossenen Honorarvereinbarung zu berechnen. Ob der Abgemahnte in der jeweils konkreten Konstellation hilfsweise als „Störer“ zu haften hätte, ist oft auch sehr fraglich. Zudem kann bei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing sehr wohl § 97a UrhG Anwendung finden, wonach die Höhe der Abmahnkosten auf € 100,00 begrenzt ist, auch wenn die Rechteinhaber dies regelmäßig bestreiten. Gleich, ob Sie wegen angeblicher Verstöße gegen das Urheberrecht, Markenrecht oder Wettbewerbsrecht o.ä. abgemahnt wurden:
Die angemessene Reaktion auf eine Abmahnung muss passgenau maßgeschneidert werden, damit das bestmögliche Ergebnis für Sie erzielt wird.
Es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an. „Musterlösungen“ aus Internetforen schaden oft mehr, als sie nützen. Nur wer ausreichend Prozesserfahrung mitbringt kann wissen, welchen Herausforderungen ein Sachverhalt in der gerichtlichen Auseinandersetzung standhalten muss – und wann es gilt, einen Prozess besser zu vermeiden.
Lassen Sie sich daher nach Erhalt einer Abmahnung von einem Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz vertreten.

Zunächst ist eine Abmahnung meist lediglich eine Ansammlung von Behauptungen. Lassen Sie anwaltlich prüfen, ob ein Rechtsverstoss tatsächlich ausreichend belegt ist und ob Sie ggf. dafür haften. Abmahnende Kanzleien versenden oft mehrere hundert Abmahnschreiben pro Woche. Oft bestehen diese Standardschreiben aus Textbausteinen und sind in vielerlei Hinsicht unsubstantiiert und daher so gut wie immer zunächst zurückzuweisen. Meist wird weder wird eine Originalvollmacht vorgelegt (Erfordernis umstritten), noch ein ausreichender Nachweis für den behaupteten Rechtsverstoss erbracht. Bei Filesharing-Abmahnungen (Internet-Tauschbörsen, P2P-Netzwerke) etwa wird so gut wie nie ein Nachweis für die behauptete Inhaberschaft der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte an den streitgegenständlichen Werken erbracht. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Daten geflossen sind, kann der behauptete „Tatnachweis“ in vielen Fällen nicht vermitteln. Ein konkreter Schaden wird fast nie dargelegt. Ein zu ersetzender Schaden für die Kosten der Inanspruchnahme der abmahnenden Anwälte wäre zudem allein aus der zwischen diesen und ihren Mandanten mutmaßlich geschlossenen Honorarvereinbarung zu berechnen. Ob der Abgemahnte in der jeweils konkreten Konstellation hilfsweise als sog. „Störer“ zu haften hätte, ist oft auch sehr fraglich. Zudem kann bei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing sehr wohl § 97a UrhG Anwendung finden, wonach die Höhe der Abmahnkosten auf € 100,00 begrenzt ist, auch wenn die Rechteinhaber dies bestreiten. Gleich, ob Sie wegen angeblicher Verstösse gegen das Urheberrecht, Markenrecht oder Wettbewerbsrecht o.ä. abgemahnt wurden: Die angemessene Reaktion auf eine Abmahnung muss passgenau maßgeschneidert werden, damit das bestmögliche Ergebnis für Sie erzielt wird. Es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an. Nur wer ausreichend Prozesserfahrung mitbringt kann wissen, welchen Herausforderungen ein Sachverhalt in der gerichtlichen Auseinandersetzung standhalten muss – und wann es gilt, einen Prozess besser zu vermeiden.

Aufgrund der zahlreichen offenen Fragen rund um das Thema Filesharing und Internet-Tauschbörsen ist es Laien unmöglich, sich ohne professionellen Beistand gegen die abmahnenden Rechteinhaber durchsetzen. Die von den abmahnenden Rechtsanwälten vorgelegte und meist viel zu weitgehende Unterlassungseklärung sollte nie voreilig unterschrieben werden, sondern Rat bei einem spezialisierten Fachanwalt eingeholt werden. Oft enthalten die vorgelegten Unterlassungserklärungen beispielsweise hohe Vertragsstrafeversprechen von über € 5.000,00 für jeden zukünftigen Verstoss. Wenn Sie sich dazu verpflichten, schliessen Sie einen wirksamen Vertrag mit der Gegenseite. Dies kann in der Zukunft potentiell ruinöse Folgen für Sie haben – und kann durch spezialisierte Beratung so gut wie immer vermieden werden.

Wenn Sie die anwaltlich gesetzten Fristen ohne angemessene Reaktion verstreichen lassen, besteht u.a. die Gefahr, dass die Gegenseite eine einstweilige Verfügung gegen Sie erwirkt. Dies ist unabhängig von einer Klage möglich, kann sehr schnell gehen und ist mit einem erheblichen Kostenrisiko verbunden. Bei spezialisierter anwaltlicher Beratung kann oft durch die Abgabe einer aus Sicht des Abgemahnten „entschärften“, aber dennoch rechtssicheren, modizifizierten Unterlassungserklärung den abmahnenden Kanzleien schon „viel Wind aus den Segeln“ genommen werden. Wenn eine Rechtsverletzung nachgewiesen werden kann ist dann dennoch so gut wie immer ein für den Abgemahnten wirtschaftlich sinnvoller Vergleich möglich. Die „Standardlösung“ gibt es nicht. Ob tatsächlich eine modifizierte Unterlassungserklärung oder gar eine Vielzahl von vorbeugenden Unterlassungserklärungen abgegeben werden sollten, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Hierzu kann Sie am besten ein Rechtsanwalt mit – etwa durch einen einschlägigen Fachanwaltstitel – nachgewiesenem Know-How beraten, denn „Quidquid agis prudenter agas et respice finem“ – „Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende“ – wussten schon die Römer. Das Recht des geistigen Eigentums ist komplex und einschlägige Abmahnungen sollten vom Fachanwalt bearbeitet werden, so wie die Behandlung komplexer Krankheiten wohl auch am besten beim Facharzt aufgehoben sind.

Üblicherweise werden Rechtsanwälte auf Grundlage des Rechtsanwaltsvergütungsgesetztes (RVG) tätig, wobei nach „Streitwert“ bzw. „Gegenstandswert“ abgerechnet wird.
Die für Sie bei Tätigwerden nach dem RVG entstehenden Anwaltsgebühren können Sie sich über einen Anwaltskostenrechner beispielsweise hier selbst anzeigen lassen. Geben Sie dazu einfach den in der Abmahnung genannten Streitwert/Gegenstandswert in das entsprechende Feld des Anwaltskostenrechners ein und kreuzen Sie z.B. „Betreiben des außergerichtlichen Geschäfts“ und/oder „Mitwirkung an außergerichtlicher Einigung“ an. Bei Fragen hierzu oder zu den RVG-Gebühren allgemein geben wir Ihnen gern Auskunft.
Gerade bei Filesharing-Abmahnungen (Internet-Tauschbörsen, P2P-Netzwerke) ist die Beauftragung eines Rechtsanwaltes auf Grundlage des RVG aber wirtschaftlich für den Abgemahnten oft nicht sinnvoll. Der Abgemahnte ist in einer denkbar problematischen Situation: Die Rechtsanwaltsgebühren übersteigen oft den von der Gegenseite angebotenen Vergleichsbetrag, aber die Gegenseite verlangt zwingend neben der Zahlung oft noch die Unterzeichnung eines für den Abgemahnten nachteiligen Unterlassungs- und Verpflichtungsvertrages. Wird die Abgabe dieser Erklärung verweigert, droht neben einer Kosten- und Unterlassungsklage auch noch eine einstweilige Verfügung mit weiterem, nicht unerheblichen Kostenrisiko. Im Regelfall ist die Beauftragung eines spezialisierten Fachanwalts daher im eigenen Interesse. Sie können uns Ihre Abmahnung für Sie zunächst unverbindlich einreichen. Dadurch erteilen Sie noch kein Mandat. Ihre Abmahnung wird dann durchgesehen und Sie werden zeitnah telefonisch oder per E-Mail von uns kontaktiert, wobei Sie ein konkretes Angebot für die komplette außergerichtliche Bearbeitung Ihres Falles erhalten (Pauschalpreis). Sie haben also insoweit volle Kostenkontrolle. Dieses Angebot liegt oft deutlich unter den nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) anfallenden Kosten für ein vorgerichtliches Tätigwerden eines Rechtsanwaltes. Dies ist etwa bei Filesharing-Abmahnungen möglich, weil die Bearbeitung von Filesharing-Abmahnungen zu unserem Tagesgeschäft gehört und eine langwierige Einarbeitung in die schwierige Rechtsmaterie insoweit entfällt. Aus berufsrechtlichen Gründen kann eine individuelle rechtliche Beratung erst nach einer Mandatserteilung erfolgen.

Regelmäßig verlangen die abmahnenden Rechteinhaber bzw. deren Rechtsanwälte mit der Abmahnung eine Unterwerfungs- bzw. Unterlassungserklärung (UE). Ein Rechtsverletzer kann immer dann auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, wenn er eine widerrechtliche Rechtsverletzung begangen hat und die Gefahr besteht, dass er die Rechtsverletzung wiederholt (sog. Wiederholungsgefahr).
Durch die Abgabe einer UE kommt ein verbindlicher Vertrag zustande. Eine UE muss, um die Wiederholungsgefahr auszuräumen, eindeutig und hinreichend bestimmt sein, den ernstlichen Willen des Schuldners erkennen lassen, die betreffende Handlung nicht mehr zu begehen, und daher durch ein angemessenes Vertragsstrafeversprechen abgesichert sein.
Zunächst sind Unterlassungserklärungen wie andere Willenserklärungen auch einer Auslegung nach den allgemeinen Auslegungsgrundsätzen zugänglich. Die konkrete Verletzungsform ist dabei nicht stets und ohne weiteres maßgebend, da die Beteiligten bei der Gestaltung des Inhalts der Vertragsverpflichtung frei sind und diese auch über die den Anlass der Unterwerfung bildende Verletzungshandlung hinausgehen kann (h.M.). Der Abgemahnte kann sich auch einseitig wirksam unterwerfen, d.h. seine Unterlassungserklärung kann ohne Mitwirkung des Gläubigers abgegeben werden. Die Wirkung der Erklärung (Beseitigung der Wiederholungsvermutung) hängt also nicht davon ab, dass der Gläubiger sie annimmt.
Die notwendige „hinreichende Bestimmtheit“ kann im konkreten Fall jedoch problematisch sein, wenn Abgemahnte ohne fachanwaltliche Unterstützung Blankomuster für „vorbeugende Unterlassungserklärungen“ aus dem Internet verwenden.
Der Rechtsinhaber kann Unterlassung schon vor Eintritt der Rechtsverletzung verlangen, wenn eine konkret drohende Erstbegehungsgefahr besteht; er muss dann nicht abwarten, bis der Verletzer tatsächlich handelt (vorbeugender Unterlassungsanspruch). § 97 Abs. 1 S. 2 UrhG stellt klar, dass für den Unterlassungsanspruch die Erstbegehungsgefahr ausreicht. Der vorbeugende Unterlassungsanspruch kann auch gegenüber dem bloßen Störer geltend gemacht werden. Aus diesem Anspruch des Rechteinhabers auf Abgabe einer vorbeugenden Unterlassungserklärung folgt das Recht des potentiellen Rechtsverletzers eine vorbeugende Unterlassungserklärung abzugeben. Die Rechtsprechung bejaht die „Erstbegehungsgefahr“ bei allen vorbereitenden Maßnahmen, die einen künftigen Eingriff nahe legen. Nach der Begründung der Bundesregierung zur ausdrücklichen Aufnahme der Erstbegehungsgefahr in das Gesetz ist diese gegeben, wenn die drohende Verletzungshandlung in tatsächlicher Hinsicht so greifbar sei, dass eine zuverlässige rechtliche Beurteilung möglich erscheine. Zur Ausräumung der Erstbegehungsgefahr ist im Gegensatz zur Wiederholungsgefahr nicht immer eine strafbewehrte Unterlassungserklärung erforderlich. In der Regel reicht die Erklärung aus, dass die Rechtsauffassung des Rechtsinhabers berücksichtigt werde und dass sich der Erklärende verpflichtet, die gerügten Handlungen zu unterlassen.
Auf Filesharing-Sachverhalte übertragen heisst dies: Wenn Sie eine Abmahnung eines Rechteinhabers wegen Filesharing eines Liedes (z.B. auf „ABC Hits 100“) über Ihren Internetanschluss erhalten haben, ist nicht unwahrscheinlich, dass noch weitere Abmahnungen folgen. Wenn auf „ABC Hits 100“ z.B. 4 Lieder eines bestimmten Künstlers sind, kann es dem Abgemahnten passieren, dass alle 4 Lieder im Abstand von ein paar Wochen einzeln abgemahnt werden – und für jeden (angeblichen) Verstoss gesonderte Abmahngebühren etc. verlangt werden. In diesen Fällen ist es oft dringend angeraten, konkrete vorbeugende UE für die drei weiteren Lieder abzugeben, um den weiteren Abmahngebühren vorzubeugen. Hingegen kann nicht generell empfohlen werden, nach Erhalt einer Filesharing-Abmahnung 50, 100 oder noch mehr vorbeugende Unterlassungserklärungen für verschiedene Genres abzugeben. Abgesehen von den nicht unerheblichen eigenen Anwaltskosten, die den Abgemahnten durch solche breit gestreuten UE entstehen, verpflichten sich die Abgemahnten freiwillig einer Vielzahl von Schuldnern gegenüber zu potentiellen Schadensersatzzahlungen. Letztlich kommt es auf den Einzelfall an, ob und wann die Abgabe vorbeugender UE sinnvoll ist. Dies kann am besten von einem spezialisierten Fachanwalt beurteilt werden, der diese Erklärungen dann für die Abgemahnten auch formulieren sollte.

Bene judicat, qui bene distinguit – auf die Kunst der Unterscheidung kommt es an, wenn beim grundsätzlich notwendigen Schutz geistigen Eigentums Wohltat und Plage so dicht beieinander liegen wie bei den heutigen technischen Möglichkeiten der Mediengesellschaft. Wenn eine Vielzahl von Menschen, die sich sonst ein Album auf einer CD gekauft hätten, dieses Album auf einer „illegalen Tauschbörse“ herunterlädt, werden weniger CD’s verkauft und die Rechteinhaber haben den Schaden. So jedenfalls eine Argumentation. Jedoch ist die Annahme wirtschaftlicher Schäden durch Filesharing – losgelöst von der Frage der rechtlichen Bewertung dessen – insgesamt keineswegs zwangsläufig. Der Harvard-Ökonom Oberholzer-Gee (siehe etwa MMR-Aktuell 2010, 304973, 01.07.2010: „Filesharing: Die wundersame Musikvermehrung“) etwa hat mit seinen Studien die Annahme erschüttert, dass der unlizenzierte Musiktausch via Internet für sinkende Umsätze in der Medienindustrie verantwortlich sei. Schon 2004 sorgte er gemeinsam mit seinem Kollegen Strumpf mit einer Studie zur Auswirkung von Tauschbörsen auf CD-Verkäufe für einiges Aufsehen.
Die beiden Autoren fanden damals keinen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, wie oft ein Lied heruntergeladen wurde und wie oft es in traditioneller Form auf einem Datenträger über den Ladentisch ging. Sie schlossen daraus, dass Filesharing keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen habe. Filesharing richte wirtschaftlich keinen Schaden an, so Oberholzer-Gee kürzlich (siehe aaO). Die Einkommen von Musikern seien in den letzten Jahren, das belegten Studien, im Durchschnitt gestiegen. Man könne sagen, dass die Wertschöpfung in der Musikindustrie in den letzten Jahren insgesamt stark gestiegen sei (Quelle: MMR-Aktuell 2010, 304973, 01.07.2010). Die Nutzung von Internet-Tauschbörsen ist Ausdruck bestimmter Sachgesetzlichkeiten heutigen Medienverhaltens, die nicht gleichsam per definitionem pahologisiert werden sollte. Tauschbörsen an sich sind nicht illegal – man darf damit lediglich keine fremden Rechte verletzen. Der ultima-ratio-Charakter des Strafrechts scheint darüber hinaus immer noch nicht allen wegen angeblichen Filesharings abmahnenden Kanzleien klar zu sein. Man kann sich auch manchmal des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass Filesharing-Abmahnungen zum Selbstzweck mancher abmahnender Kanzlei mutiert sind. Anders kann man es wohl kaum bezeichnen, wenn etwa derselbe angebliche Download eines „Chart Container 1000“ o.ä. mit beispielsweise auch 4 Liedern des Künstlers XYZ von derselben Kanzlei im Wochenrythmus 4 mal abgemahnt wird. Eine interessante Meinung zu „illegalen Downloads“ vertritt etwa einer der erfolgreichsten deutschen Musiker und Produzenten, Dieter Bohlen, in seinem Buch „Der Bohlen-Weg“ (München, 2008, S. 291f., 295f.): „(…) Eins ist vollkommen sicher: Das Geschäft wird nie mehr so sein, wie es mal war, und die Gewinne natürlich auch nicht. Da können sie Verwertungsketten hin- und herschleudern wie Zorro seine Peitsche. (…) Computer und Internet haben diese Branche, die so damit beschäftigt war, sich selbst zu feiern, auf dem linken Fuß erwischt. Oder auf beiden gleichzeitig. (…) Leider weiß sich die Industrie momentan nicht anders zu helfen, als die armen illegalen Downloader zu kriminalisieren. Das finde ich völlig daneben. (…) Die Leute werden die Technik nutzen, da können die lange Gesichter machen und herumschreien, wie sie wollen. (…) Die Musikindustrie hat nur noch dann eine Chance, wenn sie sich verschlankt, also die Administration verkleinert, und sich dem Wettbewerb stellt.“ Diese Meinung darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verletzung etwa fremder Urheberrechte – sofern der Verstoß bewiesen ist bzw. eine (Störer-)Haftung besteht - nach geltendem Recht einen Rechtsverstoss darstellt.

Auffenberg
Baek Law
Baumgarten Brandt
Bindhardt/Fiedler/Rixen/Zerbe
Clausbruch/Steinmeier/Cramer
C-S-R
Coprotect (RAte Dr. Heidelbach/Dr. Simon)
Denecke/von Haxthausen
Bente vorm. Diesselhorst/Bente/von Lojewski
DigiProtect
FAREDS
Fuhrmann & Wallenfels
Graf von Westphalen
Himburg ehem. Hoffmann
Kern & Cherkeh
Knapp/Lanio/Gesser & Kollegen
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Kruse
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Lampmann/Behn/Rosenbaum
Lihl
Marquort
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Negele/Zimmel/Kremer/Beller ehem. NZKG
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Rasch
Reichelt/Klute/Aßmann
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Schalast & Partner
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SKW Schwarz ehem. SKWW
Simon & Partner
Urmann & Collegen vorm. KuW
von Gerkan & Burow
von Kenne & Partner
Waldorf Frommer ehem. Waldorf
Winterstein
Zimmermann & Decker

